Reisen

Oberstaufen

Eine Landschaft, die gut tut

Zur Ruhe kommen, ein paar überflüssige Pfunde verlieren und den Körper entschlacken, das geht besonders gut in Oberstaufen. Im Oberallgäuer Heilklimakurort hat die reinigende Schroth-Kur einen besonderen Stellenwert. Damit auch die Muskulatur wieder zu Kräften kommt, stehen um Oberstaufen auch einige Berge herum, welche zu erklimmen sich lohnt.

Der Winter war lang, das Wetter schlecht und das Essen leider gut. Gemütliche Abende auf dem Sofa in Kombination mit allerlei Knabbereien haben einen unvermeidlichen Einfluss auf das Bauchvolumen. Nach einem selbstkritischen Blick in den Spiegel wirdklar: Der Speck muss weg! Doch wie? Die Antwort: Schroth-Kur in Oberstaufen, gut geeignet zur Reinigung von Giften und Schlackenstoffen, ein optimaler Einstieg in die Gewichtsreduktion und Ernährungsumstellung.

Schroth-Kur: Einstieg ins gesunde Leben

Buchen Sie doch ein Zimmer im Hotel Bergkristall, etwas außerhalb von Oberstaufen, mit wundervoller Aussicht auf die Allgäuer Berge. Die Schroth-Kur mit ihrem Wechsel zwischen Trink- und Trockentagen darf man sich nun nicht wie einen Urlaub im Schlaraffenland vorstellen, aber darum geht’s ja auch nicht. Weniger ist am Ende mehr. Nämlich ein Mehr an Wohlbefinden und körperlicher Spannkraft. Und ehrlich gesagt, wenn man sich innerlich auf eine Schroth-Kur eingelassen hat, ist es weniger schlimm als man denkt. Essen darf man ja trotzdem, und das appetitlich angerichtete Gemüse und die Süppchen schmecken, obwohl kein Salz dran ist. Was Sie schnell schätzen lernen sind die Ganzkörperwickel am Morgen, die einen ordentlich schwitzen ließen. Die Wickel sollen die Durchblutung und den Stoffwechsel anregen, um Entgiftung und Entschlackung zu unterstützen. Schwer fallen einem anfangs die Trockentage, an denen (fast) nichts getrunken wird. Dafür ist an den Trinktagen netterweise auch Weißwein oder Prosecco erlaubt. Schon nach ein paar Tagen können Sie die Pfunde buchstäblich purzeln sehen. Nicht zuletzt auch dank der Yoga-Übungen, die Ihnen zeigen, dass vor der Entspannung notwendigerweise die Anspannung steht. Bei „Sonnengruß“, „Held“ und „Hund“ wird die Muskulatur richtig gefordert.

Die Schroth-Kur geht auf den Naturheiler Johannes Schroth zurück, der 1798 im heute tschechischen Sudetengebirge geboren wurde. Der Sohn eines Fuhrmanns machte nach der unliebsamen Bekanntschaft mit einem Pferdehuf die Erfahrung, dass feuchte Wickel die Schmerzen heilten. Beobachtungen in der Natur und Erfahrungen mit Patienten ließen seine Therapie heranreifen, die bald eine ganze Reihe von Anhängern fand. Schroths Kurzentrum war – und blieb auch nach seinem Tod 1856 – das nordböhmische Lindewiese. Krieg und Vertreibung machten dem Kurbetrieb dort ein Ende. Als der aus Lindewiese stammende Kurarzt Dr. Hermann Brosig nach englischer Kriegsgefangenschaft 1949 nach Oberstaufen kam, war er so begeistert „von der einzigartigen Schönheit der Landschaft und dem heilkräftigen Klima“, dass er hier den perfekten Ort für eine Neuetablierung der Schroth-Kur sah. Heute ist Oberstaufen das einzige anerkannte Schroth-Heilbad Deutschlands.

Wanderland Oberallgäu

Ein perfektes Ambiente für die Schroth-Kur mit ihrem Wechsel zwischen Ruhe und Bewegung ist Oberstaufen vor allem aufgrund der Gebirgslandschaft. So schroff wie in den Hochalpen ist es hier rund um Oberstaufen nicht. Einem Mittelgebirge ähneln die sanft geschwungenen Kuppen mit ihren Wäldern, Wiesen und Almen. Die Sonne darf hier lange scheinen, denn der Ort ist nicht so eingekesselt wie manche andere Orte in den Allgäuer Tälern. Höhen erklimmen kann man hier dennoch nicht zu knapp.

Stolze 1.834 Meter misst schließlich der Hochgrat, Oberstaufens Hausberg und der höchste Gipfel der Nagelfluhkette. Ihn von der Talsohle bis zur Spitze zu erwandern, ist dann doch ziemlich schweißtreibend. Besser man lässt sich in einer Gondel der Hochgratbahn nach oben tragen und wandert von dort auf dem „Luftigen Grat“ in knapp fünf Stunden zur Imbergbahn in 1200 Meter Höhe. Aber Obacht: Trittsicherheit und Bergerfahrung sind auf dem alpinen Steig Voraussetzung. Belohnt wird man mit einem grandiosen Panorama, das von den nahen Bergen des Bregenzerwaldes in Österreich über das wuchtige Säntis-Massiv in der Schweiz bis hin zum Bodensee reicht.

Der „Luftige Grat“ ist einer der anspruchsvollsten Wanderwege im Umkreis Oberstaufens und sicher nicht bei jedem Wetter geeignet, doch rund um den Ort gibt es eine Vielzahl von leichteren Alternativen, die mit schönen Aussichten ebenfalls nicht geizen. Herrlich ist es, die Landschaft im Frühling zu erleben, wenn der Kuckuck ruft und die Wälder in ein frisches Lindgrün getaucht sind.